Buochser Kanute zwischen EM und WM.
Mit der erstmaligen Teilnahme in einem Europameisterschafts-A-Final gelang Fabio Wyss eine kleine Sensation: Er wurde im U23-A-Final Siebter. Glücklich, jedoch abgekämpft und mit einigen Kilos weniger auf den Rippen, regeneriert er sich dort, wo er sich am wohlsten fühlt: zuhause in Buochs.
Eugen Dornbierer: Fabio Wyss, Sie sollen Gewicht verloren haben – wie ist das zu verstehen?
Fabio Wyss: Das hat meine Mutter sofort registriert. In anstrengenden Situationen, und das sind unter anderem auch Wettkämpfe, ist es durchaus möglich, dass man einige Kilos verliert. In der Regel schmilzt da pures Fett von den Rippen und das bereitet mir weniger Sorge, als wenn ich Muskulatur verlieren würde.
Wie ist das ideale Wettkampfgewicht?
Als junger Athlet im Kraftausdauerbereich kenne ich mein ideales Wettkampfgewicht eigentlich nicht oder noch nicht. Mein Körpergewicht pendelt recht gleichmässig im Body-Mass-Index (BMI) zwischen 23 und 24. Bei meiner Körpergrösse von 1 Meter 85 entspricht das etwa 81 kg.
Viele Menschen möchten abnehmen – Sie müssen zunehmen!
Für beides, abnehmen oder zunehmen, braucht es sinnvolle Rezepte. Mit geeigneten Krafttrainingsprogrammen kann ich verlorene Muskelmasse zurückgewinnen. Und zu Hause werde ich mit Essen eher verwöhnt und kann auf magere Wettkampfkost gut verzichten.
Wie sieht das Trainingsprogramm in der Phase zwischen der vergangenen Europa- und der anstehenden Weltmeisterschaft aus?
Zusammengefasst in etwa so: Woche 1 nach der EM heisst es Erholung, zwei Einheiten im Kanu, eine Krafteinheit, zweimal Lauftraining, einmal Inlineskating und ein Schwimmtraining. In der zweiten Woche mache ich mehr Kanu-Einheiten, sonst ist es in etwa gleich. In der vorletzten und letzten Juliwoche gibt es ein verlängertes Wochenende im Leistungszentrum der Nationalmannschaft in Rapperswil, wo ich hauptsächlich im Kajak-Zweier mit Christophe Nicolet trainiere.
Und wie sieht der finale Schliff unmittelbar vor der WM aus, die vom 18. bis 21. August im ungarischen Szeged stattfindet?
Ab August trainieren wir zusammen mit den Slowenen im österreichischen Linz. Das sind gute Sparringspartner und wir können Wettkampfsituationen wie Starts und Finishes simulieren. Dazu kommt – und das ist in dieser Trainingsphase ganz wichtig – das mentale Training. Gerade nach einem Hoch, wie ich das an der EM erleben durfte, müssen die inneren Kräfte gebündelt und auf das neue Ziel ausgerichtet werden.

